Selbstbestimmt arbeiten als Führungskraft: 7 Schritte, die wirklich helfen
Viele Führungskräfte kommen irgendwann an einen Punkt, an dem sie sich fragen: Führe ich eigentlich noch mein Leben oder führt das Leben mich? Der Kalender gehört dem Unternehmen. Die Energie gehört dem Team. Die freie Zeit, falls sie überhaupt noch existiert, ist schon längst verplant. Und irgendwo dazwischen ist die Frage verloren gegangen, was man selbst eigentlich will.
Ich kenne dieses Gefühl. Und ich weiß, dass es sich nicht von alleine auflöst: nicht durch einen Urlaub, nicht durch ein weiteres Effizienz-Tool und nicht durch noch mehr Disziplin. Es verändert sich erst dann, wenn man aufhört, die Fremdbestimmung als (oft unbewusst) gegeben hinzunehmen, und beginnt, aktiv zu gestalten.
In diesem Artikel teile ich 7 Schritte, die mir in meinem Alltag als Unternehmerin und vielen Führungskräften, die ich begleite, helfen, wieder selbstbestimmter zu arbeiten.
Was will ich eigentlich? Und vor allem wie komme ich dahin?
Selbstbestimmt leben und handeln bedeutet für mich, täglich zu entscheiden.
Darüber zu entscheiden, wer ich sein und was ich machen will. Das wiederum heißt, ich übernehme Verantwortung.
Verantwortung dafür, was in meinem Leben passiert.
Verantwortung dafür, was ich bewirken will.
Verantwortung dafür, wie ich auf die Umstände und Situationen reagiere.
Verantwortung zu übernehmen, ist nicht immer angenehm. Die gute Nachricht ist, erst dann können wir beginnen, zu bestimmen. Die vielleicht ernüchternde Nachricht ist, dass wir die Verantwortung für alle Dinge übernehmen dürfen und nicht nur für die positiven Ereignisse. Ganz wichtig: Hier geht es nicht um Schuld. Hier geht es „nur“ um den aktiven Prozess, dich mit den Erfahrungen in deinem Leben auseinanderzusetzen. Viel über dich und die Situation zu lernen. Um dadurch in die Veränderung zu kommen.
Als Coach ist es meine zentrale Aufgabe, Menschen dabei zu helfen, mehr in ihre Kraft zu kommen und Schritt für Schritt zu verstehen, wie groß der eigene Einfluss ist. Es ist wirklich ein gutes Gefühl, neue Perspektiven zu entwickeln, andere Wege kennenzulernen und zu erfahren, dass wir mehr Möglichkeiten haben, als im ersten Moment scheint.
Heute möchte ich mit dir 6 Schritte teilen, die mir geholfen haben, mein Leben selbstbestimmt zu gestalten:
Fremdbestimmung im Führungsalltag: Wenn sich Arbeit wie Fremdsteuerung anfühlt
Von außen betrachtet wirkt es paradox: Führungskräfte entscheiden den ganzen Tag. Sie priorisieren, geben Antworten, lösen Probleme. Und trotzdem fühlt sich der Alltag für viele an, als würde ihn jemand anderes steuern. Der Grund dafür liegt darin, dass diese vielen Entscheidungen selten aus einem klaren inneren Zentrum kommen, sondern aus dem, was gerade am lautesten ruft. Das Team braucht eine Antwort. Das Projekt eskaliert. Die nächste Präsentation wartet. Es wird ständig entschieden, aber kaum je darüber, was einem selbst wichtig ist.
Dabei ist die Fremdbestimmung im Führungsalltag oft nicht primär ein äußeres Problem. Sie beginnt meist mit einer Grundannahme, die so tief verwurzelt ist, dass sie kaum jemand hinterfragt: die Überzeugung, als Führungskraft ständig arbeiten zu müssen und alles schaffen zu können. Gerade bei High Performer:innen erlebe ich das immer wieder: Es ist das eigentliche Ziel, perfekt zu sein. Nie bewusst entschieden, sondern ein innerer Treiber, der das ganze Leben steuert. Und solange diese Haltung unhinterfragt bleibt, gibt man die Steuerung automatisch ab. Man überlegt sich morgens nicht mehr: Wie will ich diesen Tag führen? Was hat wirklich Priorität? Was gebe ich weiter, was behalte ich?
Der Kreislauf, der Fremdbestimmung immer stärker macht
Wer den ganzen Tag nur noch reagiert, von Meeting zu Meeting läuft und zwischendurch E-Mails abarbeitet, dem fehlt irgendwann nicht nur die Zeit, sondern auch das Bewusstsein dafür, wie wichtig und zentral die eigene Reflexion ist. Die Fragen, die eigentlich das Fundament guter Führung bilden, tauchen im Alltag gar nicht mehr auf: Wie will ich diesen Tag eigentlich gestalten? Wie will ich mich selbst in meiner Führung erleben? Wie will ich als Führungskraft sein?
Stattdessen wird die eigene Energie Stück für Stück depriorisiert. Der Sport fällt aus, weil das Meeting wichtiger scheint. Die Mittagspause wird zum Sandwich vor dem Bildschirm. Die Reflexion am Abend weicht dem nächsten Blick ins Postfach oder es ist einfach keine Energie mehr da, den Tag abzuschließen und vorbereitet in den nächsten zu gehen. Und genau hier beginnt ein Kreislauf, der sich selbst verstärkt: Je erschöpfter das Nervensystem wird, desto mehr schaltet es in den Reaktionsmodus. Desto schwieriger wird es, innezuhalten, bewusst zu entscheiden und das Zepter wieder in die Hand zu nehmen.
Was hinzukommt: Wenn das Nervensystem dauerhaft überlastet ist und nie wirklich Erholung findet, wird der Blick auf die Realität automatisch angespannter. Unter chronischem Stress verengt sich der Blick, das Gehirn priorisiert das Dringende vor dem Wichtigen, und die Fähigkeit zur Selbststeuerung nimmt ab. Wir sehen vor allem Probleme und Gefahren, fühlen uns eingeschränkt und ausgeliefert. Ich nenne das den Dramablick.
Wenn ich Führungskräfte in dieser Phase frage, was gut funktioniert oder was sich bereits verändert hat, kommen dann doch oft sehr viele positive Dinge. Aber sie haben sie überhaupt nicht mehr wahrgenommen. Es braucht also diesen bewussten Raum und die tägliche Arbeit mit sich selbst, um in diese Stressphasen innerlich ruhig und resilient zu schaffen.
Selbstbestimmt arbeiten beginnt mit einer unbequemen Entscheidung
Selbstbestimmt zu arbeiten bedeutet, täglich zu entscheiden. Darüber zu entscheiden, wer man als Führungsperson sein will, wie man auf Situationen reagiert und wie man den eigenen Bereich wirklich gestalten möchte. Dafür braucht es ein hohes Maß an Eigenverantwortung. Auch wenn die Umstände fordernd sind, oder gerade dann:
Verantwortung dafür, was im eigenen Bereich passiert. Verantwortung dafür, wie man mit der eigenen Energie umgeht. Verantwortung dafür, wie man auf die Umstände reagiert, auch wenn man sie nicht bewusst gewählt hat. Diese Art von Verantwortung ist unbequem, weil sie bedeutet, sich nicht länger auf äußere Umstände berufen zu können. Gleichzeitig ist sie befreiend, denn sie gibt etwas zurück, das sich im Führungsalltag leicht verliert: das Gefühl, wirklich handlungsfähig zu sein.
Was hier ganz wichtig ist: Es geht nicht darum, sich für jede schwierige Situation verantwortlich zu fühlen oder so zu tun, als hätte man alles im Griff. Es geht darum, die eigenen Reaktionen zu erkennen und genau dort anzusetzen und sich wirklich zu fragen: Was brauche ICH gerade, damit ich weiterhin gut führen kann? Wie kann ich reguliert bleiben, um mein Team mitzunehmen?
Selbstregulation ist eine der wichtigsten Kompetenzen im führungsalltag und gleichzeitig eine der am wenigsten trainierten. Denn Selbstregulation lässt sich nicht durch Disziplin erzwingen. Sie entsteht, wenn man lernt, den eigenen inneren Zustand wahrzunehmen, bevor man handelt.
Denn erst wenn man aufhört, die Umstände für den eigenen Zustand verantwortlich zu machen, bekommt man den eigenen Handlungsspielraum zurück.
Mein Lieblingszitat passt dazu wunderbar:
„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Freiheit und unsere Kraft, eine Antwort zu wählen." – Viktor Frankl
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7 Schritte zu mehr Selbstbestimmung im Führungsalltag
1. Deine Bedürfnisse ernst nehmen, nicht nur deine Aufgaben
Führungskräfte sind es gewohnt, für andere da zu sein. Das Team, das Unternehmen, die Stakeholder. Was dabei oft auf der Strecke bleibt, sind die eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen davon, wie Arbeit sich eigentlich anfühlen soll.
Die Haltung, die dahinter oft steckt, lautet: Ich muss mich um alles kümmern. Das Problem daran: Es ist nie alles erledigt. Wer auf diesen Moment wartet, wartet für immer.
Eng damit verbunden ist ein zweites Muster: der Anspruch, alles schaffen zu müssen. Ein Großteil der Erschöpfung im Führungsalltag entsteht nicht durch zu viel Arbeit, sondern durch genau diesen Anspruch, der in dieser Rolle oft schlicht nicht erfüllbar ist. Wer das wirklich verinnerlicht, gewinnt nicht nur Energie zurück, sondern auch die Freiheit, bewusst zu entscheiden, was liegen bleiben darf. Das soll nicht heißen, dass der Anspruch nicht wichtig ist, einen guten Job zu machen. Aber tatsächlich geht es viel eher darum, smart zu priorisieren und den Fokus zu halten, als alles in einer begrenzten Zeit schaffen zu wollen.
Konkret heißt das: Nimm dir regelmäßig Zeit, in der du dir selbst diese Fragen stellst.
Wie will ich als Führungskraft sein?
Wie will ich mich in meiner Rolle erleben?
Was ist mir in meiner Arbeit wirklich wichtig?
Wovon will ich mehr, wovon weniger?
Was zieht mir gerade Energie, und was gibt mir welche?
Das können 20 Minuten pro Woche sein, mit einem Notizbuch, ohne Handy. Was dabei entsteht, ist Klarheit, und Klarheit ist das Fundament, auf dem alle anderen Schritte aufbauen.
2. Energiemanagement: Deine Energie ist deine wichtigste Führungsressource
Wer dauerhaft angespannt und erschöpft arbeitet, merkt irgendwann, dass Entscheidungen schlechter werden, Geduld abnimmt und die Freude an der Aufgabe verschwindet. Das Nervensystem reagiert auf chronischen Stress mit Einschränkung, nicht mit Wachstum.
Energiemanagement bedeutet, die eigene Energie genauso ernst zu nehmen wie jedes andere Führungsthema. Das umfasst unter anderem vier Bereiche: ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, echte Erholungsphasen und einen bewussten Umgang mit dem, was Energie kostet. Zum letzten Punkt gehört auch das Grübeln, das viele Führungskräfte abends und nachts begleitet und mehr Kraft zieht als so manches Meeting.
Ein guter Einstieg ist eine ehrliche Bestandsaufnahme: Was gibt mir Energie, was raubt sie mir? Und dann die vielleicht wichtigste Veränderung überhaupt: Behandle deine Energiequellen wie Termine. Der Sport steht im Kalender wie ein Kundengespräch und wird genauso wenig einfach abgesagt. Das klingt banal, aber genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob Energiemanagement ein guter Vorsatz bleibt oder Realität wird.
In meiner High Performance Coaching-Ausbildung war das mein wichtigstes Learning: Der Einfluss auf die eigene Energie ist deutlich größer, als die meisten Menschen glauben. Wer über einen langen Zeitraum nachhaltig leistungsfähig bleiben will, priorisiert immer zuerst die eigene Energie, nicht das nächste Projekt.
3. Im Hier und Jetzt entscheiden: der beste nächste Schritt statt Zukunftssorgen
Führungskräfte mit vollen Terminkalendern neigen dazu, gedanklich ständig in der Zukunft zu leben. Das nächste Meeting, das nächste Quartal, das Problem, das nächste Woche auf dem Tisch liegen könnte. Das Tückische daran: Wer permanent mit der Zukunft und all dem verbunden ist, was passieren könnte, füttert damit vor allem die eigenen Ängste und Sorgen. Die meisten dieser Szenarien treten nie ein, aber die Anspannung, die sie erzeugen, ist sehr real.
Dazu kommt etwas, das oft übersehen wird: Erholung findet immer im Hier und Jetzt statt. Dein Nervensystem kann nicht zur Ruhe kommen, solange deine Gedanken schon drei Termine weiter sind. Wer nie im Moment ankommt, dem fehlt genau der Raum, in dem sich Anspannung überhaupt lösen kann.
Deshalb ist es gerade in anspruchsvollen Rollen so wichtig, den Autopiloten immer wieder bewusst zu unterbrechen und sich Zeit zu nehmen, im Hier und Jetzt zu entscheiden. Das musst du nicht zu groß machen. Es reichen kurze Momente der Reflexion, in denen du dich fragst: Was brauche ich jetzt gerade? Und was ist fachlich der beste nächste Schritt? Diese beiden Fragen holen dich aus dem Gedankenkarussell zurück in deine Handlungsfähigkeit.
Konkret kann das so aussehen: Bevor du in das nächste Meeting gehst, halte für ein paar Minuten inne und frage dich, was dein Ziel in diesem Gespräch ist und wie du auftreten willst. Diese Mikro-Momente der Bewusstheit verändern nicht deinen Kalender, aber sie verändern, wie du durch deinen Kalender gehst. Aus Abarbeiten wird Gestalten, eine Entscheidung nach der anderen.
Im Moment zu sein bedeutet dabei nicht, keine Ziele zu haben. Es bedeutet, die täglichen Entscheidungen mit einer Präsenz zu treffen, die wirklich etwas bewegt, statt nur zu reagieren.
4. Handeln statt grübeln
Selbstbestimmung entsteht nicht im Nachdenken darüber, wie es sein könnte, sondern im Tun. Das bedeutet nicht, kopflos vorwärtszustürmen. Es bedeutet, den Mut aufzubringen, Entscheidungen zu treffen, auch wenn nicht alles klar ist. Wer im Führungsalltag auf vollständige Sicherheit wartet, wird lange warten.
Die Haltung, die hier oft im Weg steht, ist der Wunsch, keine Fehler zu machen. Denn während man abwägt, prüft und noch eine Perspektive einholt, entscheidet der Alltag längst selbst. Grübeln fühlt sich an wie Arbeit, verändert aber nichts.
Was hilft, ist eine klare innere Haltung: Ich probiere aus, ich lerne, ich passe an. Triff Entscheidungen, wenn du 70 oder 80 Prozent der Informationen hast, und vertraue darauf, dass du nachjustieren kannst.
5. Meetings und Verantwortung neu gestalten
Es gibt einen Bereich, in dem sich Fremdbestimmung ganz konkret festmacht: dein Kalender und die Art, wie in deinem Team Verantwortung verteilt ist.
Ein sehr konkretes Übungsfeld ist deine Meetingstruktur. Welche Meetings sind wirklich nötig? Können sie kürzer sein? Kommen die Teilnehmenden vorbereitet, und gibt es am Ende klare Ergebnisse, sodass jeder weiß, was zu tun ist? Das klingt operativ, ist aber im Kern Führungsarbeit. Und es setzt enorm viel Zeit und Energie frei, die dir dann für die strategischen Themen zur Verfügung steht.
Dazu gehört auch, dein Team wirklich zu befähigen. Damit meine ich nicht Delegieren im klassischen Sinne, sondern Strukturen aufzubauen, in denen deine Mitarbeitenden eigenständig entscheiden und arbeiten können, ohne dass jede Frage bei dir landet. Das braucht am Anfang Zeit und manchmal auch das Aushalten, dass etwas anders gelöst wird, als du es getan hättest. Aber jede dieser Entscheidungen holt dir Handlungsspielraum zurück, den du für das nutzen kannst, was wirklich nur du tun kannst. Denn solange alles über deinen Tisch läuft, bestimmen andere darüber, womit du deine Zeit verbringst.
6. Geduld mit dem Prozess
Menschen wollen schnell Ergebnisse haben. Das macht es manchmal schwer, einem Veränderungsprozess zu vertrauen, dessen Wirkung sich nicht sofort zeigt. Mehr Selbstbestimmung zu entwickeln ist kein Sprint, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der Zeit braucht und sich nicht linear entfaltet.
Rechne mit Rückschritten, und zwar von Anfang an. Es wird Wochen geben, in denen der alte Reaktionsmodus wieder übernimmt, in denen der Sport ausfällt und die Reflexionszeit dem nächsten dringenden Thema weicht. Das ist kein Scheitern, sondern Teil des Weges. Entscheidend ist nicht, nie zurückzufallen, sondern immer wieder zurückzukommen.
Was dabei sehr hilft: Trainiere dein Gehirn aktiv darauf, Fortschritte wahrzunehmen. Unter Dauerbelastung übersehen wir Erfolge systematisch, weil der Blick auf Probleme gerichtet ist. Eine kurze tägliche Notiz, was heute gut gelaufen ist oder was sich bereits verändert hat, wirkt dem entgegen und verankert die Veränderung Schritt für Schritt.
Gib dir diese Zeit. Veränderte Gewohnheiten brauchen Wiederholung, nicht Perfektion. Und oft zeigen sich die größten Verschiebungen erst dann, wenn man schon fast aufgehört hat zu warten.
7. Routinen schaffen die Grundlage für Selbstbestimmung
Rituale und Gewohnheiten sind sehr wirkungsvolle Instrumente, den Tag und das Leben einfacher zu gestalten. Wer seinen Tag ohne bewusste Strukturen beginnt, überlässt die Steuerung des eigenen Zustands dem Zufall. Wer hingegen täglich kleine Routinen pflegt, baut Stück für Stück einen Alltag auf, der wirklich von ihm gestaltet wird.
Drei Routinen haben sich dabei besonders bewährt:
Ein bewusster Start in den Tag: fünf Minuten, in denen du dich fragst, was heute wirklich wichtig ist und was du brauchst, um gut durch den Tag zu kommen.
Ein klarer Abschluss: ein kurzes Ritual am Ende des Arbeitstages, das den Übergang vom Arbeits- in den Privatmodus markiert, etwa die drei wichtigsten Punkte für morgen notieren und den Laptop bewusst zuklappen.
Und ein wöchentlicher Blick aufs Ganze: einmal pro Woche kurz zurückschauen, was gut lief, was Energie gekostet hat und was du kommende Woche anders machen willst.
Selbstbestimmung entsteht, wenn du beginnst, zu bestimmen
Am Ende läuft alles auf diesen einen Satz hinaus. Nicht die Umstände entscheiden darüber, wie selbstbestimmt du arbeitest, sondern die vielen kleinen Entscheidungen, die du täglich triffst: wie du in den Tag startest, wie du mit deiner Energie umgehst, welche Meetings du hinterfragst und welche Haltung du zu dir selbst einnimmst. Keiner dieser Schritte verändert alles auf einmal. Aber zusammen verschieben sie, Stück für Stück, das Gefühl von Getriebensein hin zu dem Gefühl, wieder am Steuer zu sitzen.
Häufige Fragen zum Thema
Was bedeutet selbstbestimmt arbeiten konkret für Führungskräfte?
Selbstbestimmt zu arbeiten bedeutet nicht, keine Verpflichtungen mehr zu haben oder immer das zu tun, was man gerade möchte. Es bedeutet, die eigene Haltung, Energie und Entscheidungen bewusst zu gestalten, auch innerhalb von Strukturen und Anforderungen, die sich nicht sofort verändern lassen. Es ist weniger eine Frage der äußeren Umstände als der inneren Ausrichtung.
Ist das überhaupt realistisch im dichten Führungsalltag?
Ja, aber es erfordert einen Einstieg, der klein genug ist, um wirklich zu beginnen. Niemand gestaltet seinen gesamten Alltag von heute auf morgen um. Was sich verändern lässt, sind einzelne Momente und Gewohnheiten. Über Zeit addieren sich diese zu einer spürbaren Verschiebung.
Was, wenn ich das Gefühl habe, gar keine Wahl zu haben?
Das Gefühl, keine Wahl zu haben, ist oft das erste Signal dafür, dass man schon länger unter chronischem Leistungsdruck steht. Unter chronischem Stress verengt sich das Stresstoleranzfenster, und mit ihm die wahrgenommene Handlungsfähigkeit. Das Gefühl täuscht also, aber es verschwindet nicht durch Willenskraft, sondern durch Erholung. In solchen Phasen hilft es wenig, noch mehr zu wollen oder zu planen. Wichtiger ist es, zuerst wieder in Kontakt mit dem eigenen Nervensystem zu kommen und zu verstehen, dass Erschöpfung keine Schwäche ist, sondern eine physiologische Reaktion auf Dauerbelastung.
Wie hängen Selbstbestimmung und Burnout-Prävention zusammen?
Eng. Wer dauerhaft fremdbestimmt arbeitet, verliert nicht nur die Freude an der Arbeit, er verliert auch die Fähigkeit, rechtzeitig die eigenen Grenzen wahrzunehmen. Selbstbestimmung ist deshalb keine Nebensache, sondern ein zentraler Bestandteil nachhaltiger Leistungsfähigkeit. Mehr dazu findest du im Artikel Burnout Prävention für Führungskräfte.
Selbstbestimmt führen mit professioneller Begleitung
Wenn du merkst, dass du mehr Klarheit und Eigensteuerung in deinen Führungsalltag bringen möchtest, aber nicht weißt, wo du anfangen sollst: Genau dafür ist Coaching da. Im Mindful High Performance Coaching arbeiten wir konkret daran, was dich antreibt und was dich aufhält.